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Schauen wir einmal in die Vergangenheit: Früher gab es viele Wege zur Weser.
Das hatte sich durch die Bebauung der Deichgrundstücke mit den Jahren immer mehr reduziert. So bestand zuletzt nur noch die Gelegenheit, am Schierloh-Strand ans Wasser zu gelangen. Bei Flut konnte der lange Strand manchmal gar nicht mehr betreten werden.
Diesen Zustand wollte Rolf Cordes nicht länger akzeptieren und bereits 1994 trat er in Kontakt mit dem damaligen Vorsitzenden des Bürgervereins, Enno Loges, um mit Unterstützung des BHV einen weiteren Durchgang zur Weser zu realisieren.Es erfolgte ein umfangreicher Schriftverkehr mit der Stadt Brake, dem 2. Deichband und dem Wasser- und Schifffahrtsamt.Durch zähe Verhandlungen mit den Grundstückeigentümern und Nachbarn der infrage kommenden Überwegungsmöglichkeiten wurde endlich eine Lösung gefunden.Es dauerte jedoch noch 2 Jahre, bis ein Vertrag zwischen den vorgenannten Ämtern zustande kam.Dieser Vertrag umfasst über 20 Blätter und regelt  Pflichten, Nutzungen, Haftungen usw.
   Im Mai 1997 erfolgte endlich die Freigabe des Verbindungsweges zur Weser, vorher musste jedoch ein altes Haus im Deich abgebrochen werden. Diese Arbeit übernahm der 2. Deichband.
 In einem würdigen Rahmen, unter Beteiligung der Hammelwarder Bürger, den Hammelwarder Vereinen, dem Bürgermeister und den Offiziellen der beteiligten Behörden, erfolgte die Einweihung des Weges, welcher den Namen Schlengenpadd erhielt. Damit ergab sich ein Rundweg von ca. 800 Metern über den Deich und über den Schierloh-Strand zurück am Weserstrand. Jedoch ohne den unermüdlichen Einsatz des inzwischen zum Ersten Vorsitzenden gewählten Visionär Rolf Cordes wäre dies wohl nicht erreicht worden.  

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Soviel zur Vergangenheit.Durch die ab und zu auftretenden Sturmfluten verschlickte der Padd zur Weser immer wieder und somit beschloss der BHV, einen erhöhten Weg anzulegen.Auf Nachfrage zur Genehmigung einer solchen Aufschüttung beim 2. Deichband wurde die Erlaubnis auf kurzem Dienstweg erteilt und der Deichband stellte uns auch das Material, sprich Schlacke, zur Verfügung. Zusätzlich erfolgte durch die Aufbringung von  Feinsplitt eine optimale Oberfläche zur sicheren Begehung. Ohne die Unterstützung der Hammelwarder Firmen Meyer, Hagen und Schellstede, die uns mit Materialien und Fahrzeugen geholfen haben, wäre der Weg so nicht zustande gekommen!
Da auch der Bewuchs am Wegesrand überhand nahm, mussten wir handeln und mit erheblichem Aufwand wurde kräftig gerodet und auch Erde aufgefüllt, immer in Absprache mit dem 2. Deichband und der Stadt Brake. Die Eibenstumpfe haben wir nicht entfernt, in der Hoffnung, dass sie wieder austreiben, und es hat funktioniert. Die anderen Wurzeln entlang des Weges haben wir ausfräsen lassen und der Weg wurde um ein weiteres Mal erhöht.  B Schlengenpadd14
Ria Jacobs regte an, sich mit der Nabu Wesermarsch kurzzuschließen und entlang des Padd`s eine Naturhecke mit heimischen Gehölzen anzupflanzen. Herr Müller von der Nabu hat uns beraten und auch die Verbindung zur Nabu Oldenburg hergestellt.Die Empfehlung von Nabu lautete, mit ca. 150 Pflanzen, eine 2 Meter breite und ca. 35 Meter lange Buschreihe mit standortgerechten Gehölzen wie z.B. Vogelkirsche, Schlehe, Weißdorn, Hainbuche, Waldhasel und 10 weiteren Sorten zu setzen, um damit der heimischen Tierwelt Nahrung und Unterschlupf zu bieten. Diese Gehölze sind an unser Klima angepasst. Sie benötigen weder Dünger noch Pflanzenschutzmittel und ihre Pflege ist kostengünstig. Die Vorbereitung für die Pflanzung erfolgte im Oktober und auch das obere Deichstück haben wir mit Erde aufgefüllt, begradigt und neu angesät.

  Mittlerweile ist die Saat aufgegangen und die Fläche begrünte sich noch vor dem Winter Die Strandaufspülung haben wir im Bereich des Schlengenpadd`s genutzt und die Sandfläche vergrößert. Durch das Auffüllen war die Bank fast mit Sand überdeckt. Aber wie man sieht, haben wir sie wieder ordentlich hingestellt, was nicht so einfach war, wie es aussieht.
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Die Pflanzung wurde am 16. November mit Hilfe der Rudi Rotbeingruppe und Mitgliedern des Bürgervereins durchgeführt und 150 Pflanzen waren nach einer Stunde in die vorbereitete Fläche eingebracht.Für alle Mitwirkenden wurde zum Abschluss der Pflanzung ein Imbiss mit Bockwurst, belegte Brötchen und Getränke gereicht und für die Kinder gab es noch einige Süßigkeiten. Auch das Wetter spielte mit, was der ganzen Aktion sehr zugute kam.

 

 

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