Sielbauwerk

 

Das Käseburger Sielbauwerk stellt ein kulturhistorisches Zeugnis dar und war für die damalige Zeit eine besondere bautechnische Leistung.
Erbaut in den Jahren 1858 – 1859 sorgte es für die Entwässerung des Deichhinterlandes über das Käseburger Sieltief. Es gab zu der Zeit noch keinen Strom in Käseburg und somit auch keine elektrischen Pumpen. Lediglich durch die Ebbe- und Flutbewegung der Weser wurde die Be- und Entwässerung des Hinterlandes durch sogenannte Stemmtore geregelt.

 

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Erst 100 Jahre später, 1958 errichtete man am daneben liegenden Moorriemer Kanal ein Schöpfwerk mit elektrischen Pumpen, welche die Stemmtore überflüssig machten.

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Die Jahrhundertflut in der Nacht vom 16. auf den 17. Februar 1962 bewirkte, dass es an der Deutschen Nordseeküste, sowie an Elbe und Weser zu zahlreichen Deichbrüchen kam.
Auch in Käseburg, nahe dem Sielbauwerk, wurde der Deich auf einer Länge von 50 Meter zerstört, so dass die Flut ungehindert ins Hinterland eindringen konnte.
Die Bevölkerung in Brake und Umgebung wurde am Morgen nach dem Deichbruch per Lautsprecherwagen zur Hilfe aufgerufen und mit Unmengen von Sandsäcken konnte die Bruchstelle vor dem Anlauf der nächsten Flut geschlossen werden.

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Die dringend notwendige Deichsanierung bewirkte unter anderem auch eine Stilllegung des ersten Sieltiefes im Deichbereich.

Der dahinter befindliche erste Siel war ab jetzt nur noch ein stehendes Gewässer.

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Das Sielbauwerk, halb zugeschüttet, geriet für lange Zeit in Vergessenheit, und die Reste des Bauwerkes zerfielen im Laufe der Jahre immer mehr. B Sielbauwerk07
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Um 1990 plante der Zweite Deichband eine weitere Deicherhöhung- und Begradigung. Die Ruine des Siels sollte abgerissen werden.
Von der Bürgerinitiative Käseburg unter der Federführung von Harry Grotheer wurde das Institut für Denkmalpflege auf das Käseburger Siel und die geplanten Deichbaumaßnahmen aufmerksam gemacht.
Es erfolgte eine Überprüfung mit folgendem Ergebnis:
Das Siel vom Baujahr 1858 aus Ziegelmauerwerk und Sandsteinquadern konnte als schützenwertes Baudenkmal eingestuft werden.

 

Harry Grotheer überzeugte den damaligen 1.Vorsitzenden unseres Bürgervereins, Rolf Cordes, sich für eine Sanierung des Denkmales einzusetzen.
Nach mehreren Gesprächen mit dem II Deichband erfolgten die Aufträge zur Sanierung unter der Leitung des BHV Kirchhammelwarden.
Herr Cordes schaffte es mit großem Engagement, die notwendigen Geldmittel zu beschaffen. Er übernahm die Planung und überwachte die Ausführung der Arbeiten.
Der II Deichband hat sich sehr großzügig verhalten und zur Finanzierung beigetragen. Brüssel genehmigte EU-Gelder und auch viele private Spender beteiligten sich, so dass eine tragbare Finanzierung erreicht wurde.

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Nach einer Aufteilung in zwei Bauabschnitten und einer Bauzeit von ca. 2 Jahren erfolgte am 6. September 2007 die feierliche Einweihung und Freigabe für die Öffentlichkeit.
Den Bürgern der Stadt Brake und umzu ist mit dem sanierten Sielbauwerk ein Stück Kulturdenkmal übergeben worden. Der Bürger und Heimatverein hat sich vertraglich verpflichtet, die Obhut und Pflege zu übernehmen

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Seitdem erfreut sich der mitgestaltete Rastplatz auch für Fahrradtouristen besonderer Beliebtheit, da die Anlage direkt am Weserradweg liegt.

Als Dank für seinen Einsatz zur Erhaltung dieses wohl einmaligen Bauwerkes haben wir den Ort „Rolf-Cordes-Platz“ benannt.

Einmal im Jahr, Mitte August, richten wir an diesem Ort unseren Maritimen Frühschoppen aus, mit Musik, Speis und Trank.

 

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