Die zweiten fünfundzwanzig Jahre

Der Jahresablauf für den Bürgerverein glich sich Jahr für Jahr, mit einigen Ausnahmen selbstverständlich.

Der Wilhelm Schierloh Strand wurde im Frühjahr und im Herbst aufgereinigt und gepflegt.

Es wurde ein Pfingstbaum oder ein Maibaum aufgestellt. Dem öffentlichen Zuspruch entsprechend, wurde der Pfingstbaum zum Maibaum. War in den ersten Jahren des Vereinsbestehens das Aufstellen des Pfingstbaumes ein großes Ereignis mit einem sehr gut besuchten Ball, so ließ im Laufe der Jahre das Interesse daran nach. Der allgemeine Wohlstand war auch in Kirchhammelwarden ausgebrochen und die Motorisierung war vorherrschend. Die Pfingst­feiertage wurden von vielen Bürgern für einen Kurzurlaub genutzt. Man fuhr für ein langes Wochenende fort. Man war sich jetzt selbst der Nächste und die Dorf- und Vereinsdinge waren nur noch zweitrangig. Die Notzeiten waren vorbei und die Probleme des Nachbarn sollte dieser alleine lösen.

Da es sich wegen der geringen Beteiligung nicht mehr lohnte einen Pfingstball abzuhalten, wurde darauf verzichtet und der Verein proklamierte das Aufstellen eines Maibaumes ohne Ball.

Um dennoch den Abend nach dem Aufstellen des Baumes gemeinsam verbringen zu können, wurde einige Jahre der Tag des Königsballes vom Hammelwarder Schützenverein als Auf­stellungstag gewählt. Dann konnte man sich am Abend im Zelt treffen und gemeinsam fröhlich sein.

Aber auch das setzte sich nicht durch. Offenbar waren die Bürger müde der vielen Feste im Dorf.

Am letzten Sonntag im August fand stets der Ganztagsauflug statt. Dieser erfreute sich großer Beliebtheit. Es war schwer immer wieder ein neues Ziel zu finden. Denn was so in annehm­barer Zeit mit einem Autobus abgefahren werden kann, ist begrenzt. Doch es fanden sich in jedem Jahr einige Vorstandsmitglieder, die sich darum kümmerten und neue Ziele fanden. Und nach einigen -zig Jahren durfte es mal wieder ein bekanntes Ziel sein.

Im September fand regelmäßig ein Laternenumzug statt, den alle Hammelwarder Vereine finanzierten.

An den Veranstaltungen der übrigen Hammelwarder Vereine und Organisationen wurde teil­genommen. Anfangs mit großer Beteiligung die in späteren Jahren jedoch merklich nachließ.


Ausflugsziele

  • 1974    Sahlenburg
  • 1975    Rothenburg / Wamme
  • 1976    Hodenhagen (Tierpark)
  • 1977    Cloppenburg, Segel, Sürwold
  • 1978    Naturpark Hilterberg / Ostfriesland
  • 1979    Wingst
  • 1980    Hellwege
  • 1981    Neuharlingersiel 1 Ostfriesland
  • 1982    Lüneburger Heide
  • 1983    Worpswede
  • 1984    Verden / Aller
  • 1985    Greetsiel
  • 1986    Wingst
  • 1987    Hamburg
  • 1988    Wildeshausen
  • 1989    Vogelpark Walsrode
  • 1990    Dümmer See
  • 1991    Thülsfelder Talsperre
  • 1992    Bruchhausen-Vilsen
  • 1993    Zwischenahner Meer, Elisabethfehn (Torf-Museum)
  • 1994    Meyer Werft, Papenburg
  • 1995    Stade, Buxtehude
  • 1996    Giethorn / Holland
  • 1997    Teufelsmoor

Im Jahre 1975 wurde auf der Generalversammlung der zwischenzeitlich auf DM 8,00 gestiegene Jahresbeitrag auf DM 12,00 festgelegt.

In diesem Jahre wurde auch erstmalig der Wasserturm mit Fahnen geschmückt. Einige Vor­standsmitglieder hatten für den Turm Flaggenstangen mit Halterungen und acht Stück Flaggen beschafft und dort oben angebracht. Bei besonderen Anlässen im Dorf kletterten einige mutige Männer und Frauen die wackelige Holztreppe empor um den Flaggenschmuck anzubringen. Bei gutem Wetter konnten sie einen herrlichen Weitblick von dort oben genießen. Leider mußte diese Beflaggung im Jahre 1982 eingestellt werden. Es war nicht mehr zumutbar, die Treppe zu besteigen.

Am 02. Juni dieses Jahres wurde eine Bürgerversammlung im Festzelt auf der Spielwiese mit dem Rat und der Verwaltung der Stadt Brake abgehalten. Im Frage- und Antwort-Spiel wurden die Sorgen der Bürger diskutiert. Kirchhammelwarden hatte einmal wieder auf sich aufmerksam gemacht um nicht das vergessene Dorf zu sein.

Im folgenden Jahr wurde die Generalversammlung in der Pastorei abgehalten, da das Vereins­lokal geschlossen war. Den Vortrag von allgemeinem Interesse hielt Herr Kahle von der Ener­gieversorgung Weser-Ems. In diesen Jahren hatte der Verein stets einen Vortragenden auf der Generalversammlung für die verschiedensten Themen.

In diesem Jahr wurde versucht, den Bahnhof Kirchhammelwarden vor der Schließung zu retten. Ein halbes Jahr wurde gewonnen, bis dahin und weiterhin sollten bei jedem Halt mindestens zehn Personen aus- bzw. einsteigen. Diese Zahl wurde nicht erreicht.

Eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf der Rennstrecke „Am Weserdeich" oder die Begrenzung „Nur für Anlieger frei", wurde abgelehnt.

Im Jahre 1977 wurde die Ampelanlage an unserer Hauptkreuzung installiert. Für die Autofahrer sehr gut. Für die Fußgänger und Radfahrer wurde eine längere Gewöhnungsphase erforderlich und die Kinder schafften es auch.

Das Jahr 1978 brachte einige neue Dinge. Das Altersheim feierte sein 100jähriges Bestehen. Der Bürgerverein schenkte ein Bild.

Die Geräte auf dem Spielplatz bei der Turnhalle wurden repariert. Auf dem Deich wurden Bänke aufgestellt. Das Toilettenhaus am Wilhelm Schierloh Strand wurde beschädigt, so daß eine greßere Reparatur fällig wurde. In Brake fand eine Oldtimer-Ralley statt, zu der alle Ver­eine eingeladen waren. Der Bürgerverein stellte sich mit einem Trecker und Anhänger vor, unter dem Thema: Rund um den Wasserturm.

Bei einem späteren Auto-Korso beteiligte sich der Hammelwarder Bürgerverein mit einem großen Sattelschlepper auf welchem vorne das Model des Hammelwarder Wasserturms montiert war, aus welchem Bier floss, und dahinter befand sich ein großes Rettungsboot mit einigen Hammelwarder Bürgern.

Im Jahre 1979 wurde die Flagge vom Maibaum geklaut. Aber dieses geschah nicht nach den von allen Vereinen anerkannten Spielregeln. So musste die Flagge dem Hammelwarder Bürgerverein zurück gegeben werden, ohne dass ein Fass Bier gespendet zu werden brauchte.

In diesem Jahr wurde auch vom Hammelwarder Bürgerverein eine Neuerung eingeführt. Alle Hammelwarder Vereine traten im November zusammen und jeder Verein gab seine Veran­staltungen, die im kommenden Jahr geplant waren, bekannt. Daraus wurde ein Veranstaltungs­kalender entwickelt. Im Volksmund sagte man: „ Die Dorfalten kommen zusammen."

Im Jahre 1980 nahm der Ortsteil Kirchhammelwarden am Kreiswettbewerb

Unser Dorf soll schöner werden

teil.

Unter der Federführung des Bürgervereins unterstützten diese Aktion:

Siedlergemeinschaft, Kirchengemeinde, Reichsbund, Turnverein, Freiw. Feuerwehr, Schützenverein und Sportfischerverein.

Das Vereinsmitglied Edo Schreder war bei dieser Unternehmung die treibende Kraft, welcher unterstützt wurde von den Herren Ludley und Weber. Ein Preis wurde nicht gewonnen. Aber es gab eine Anerkennungsprämie von DM 300,00.

Das Dorf Kirchhammelwarden war kein Dorf mehr. Es war ein Stadtteil geworden.

Die Bewohner der August- und Werftstraße wünschten sich eine Beleuchtung auch während der ganzen Nachtzeit. Dieses wurde aus Kostengründen abgelehnt.

Auf der Mülldeponie Mitte sollten Astbestabfälle gelagert werden. Hiergegen protestierte der Bürgerverein.

Die Totoannahmestelle von Frau Meyer wurde geschlossen.

Das Vorhaben, in der Stedinger Landstraße den Bau von zweigeschossigen Häusern zuzu­lassen, wurde erfolgreich verhindert.

Der Deichband wurde gebeten, bei den Deichüberwegungen Tore einzubauen. Dieses wurde auch gemacht. Die Bitte, die Deichmauer weiterhin mit einem Farbanstrich zu versehen, wurde abgelehnt.

Im folgenden Jahr wurde erneut mit dem Wasser- und Schifffahrtsamt verhandelt, Es ging um einen Nutzungsvertrag der Deichanlieger für neue Abwasserrohre durch die Spundwand. Eine Folge des 9m-Ausbaues. Viel Geschreibe mit wenig Erfolg.

Der Wasserturm das Wahrzeichen von Kirchhammelwarden wurde verkauft. Zunächst wurde er für eine DM dem Bürgerverein angeboten. Dieser lehnte jedoch ab. Dann interessierte sich ein Architekt für den Turm. Er wollte Wohnungen, ein Cafe und ein Schwimmbad mit Sauna dort einrichten. Auch zwei Herren des Rotlichtmilieus aus dem Ruhrgebiet zeigten Interesse. Aber es tat sich Nichts.

Am Stadtfest 125 Jahre Stadt Brake beteiligte sich der Bürgerverein mit einem Festwagen.

Für die Bauzeit des Bebauungsgebietes westlich der Stedinger Landstraße/südlich der Ham­melwarder Straße setzte der Verein eine LKW-Geschwindigkeitsbegrenzung von 30 km/Std. durch.

Das Jahr 1982 brachte eine Änderung in der Führungsspitze des Hammelwarder Bürgerver­eins. Auf der Generalversammlung wurden gewählt:

  • 1. Vorsitzender:      Loges
  • 2. Vorsitzender:      Weber
  • Kassenwart:           Freels
  • Schriftführer:           Schulz

Die Kirche im Dorf, die Friedrichskirche, feierte ein Jubiläum. Vom Baubeginn ab gerechnet, bei vierjähriger Bauzeit, war sie 222 Jahre alt. Der Bürgerverein nahm daran teil.

An der Standartenweihe des Bürgervereins Hammelwarden-Lienen nahm eine Abordnung ebenso teil, wie am 60-jährigen Jubiläum des Boitwarder Bürgervereins e.V.

1983 feierte der Hammelwarder Schützenverein sein 100-jähriges Bestehen. Viele Mitglieder des Bürgervereins nahmen an den Veranstaltungen zu diesem Anlass teil. Der Bürgerverein überreichte einen Teller mit Gravur und beteiligte sich an einer großen Grußtafel, welche vom Turnverein auf dem Sportplatz aufgestellt wurde.

Das Jahr 1984 verlief mit wenig Besonderheiten. Ein Kontaktbeamter wurde von der Polizei für vier bis sechs Wochenstunden zur Sicherheit der Bevölkerung zugesagt, jedoch nur wenige Tage gesehen.

Ein Grillabend wurde eingeführt, jedoch später auf den Tag der Maibaumabnahme gelegt und dann hinter dem Feuerwehrgebäude durchgeführt.

Der Maibaum wurde unter Mitwirkung der Tanzgruppe Gerlach aus Sandfeld und dem Kirchen­chor unter der Leitung von Herrn Peter-Isenburger aufgestellt.

Auf der Vorstandssitzung am 09. Juli wurde die Anschaffung eines neuen Maibaumes be­schlossen.

Um den Ortsteil noch schöner zu gestalten, regte der Verein 1985 eine Baumpflanzaktion an. Für das kommende Jahr wurde, zur richtigen Pflanzzeit die Bereitstellung der gewünschten Bäume und auch das Einpflanzen zugesagt. Der Vereinsvorstand sollte nur mit den Bürgern alles vorbereiten. Die Resonanz war nicht so groß wie erwartet. Aber dennoch wollten etliche Bürger einen Baum haben. In den folgenden Jahren wuchsen die Bäume sehr gut und schnell, das Laub wurde jedoch ein Ärgernis, und einige Bäume wieder gefällt.

Da das Schützenfest im Vorjahr auf der Spielwiese im Regen fast abgesoffen wäre, wurde angeregt, diese Wiese zu pflastern. Der Bürgerverein unterstützte den Turnverein jedoch bei der Verhinderung dieser Maßnahme.


In dem Jahr 1985 wurde erstmalig eine Adventsfeier vom Bürgerverein initiiert. Diese fand großen Beifall und so gab es in den folgenden Jahren stets eine Adventsfeier. Hierzu wurden die verschiedensten Unterhalter, plauderischer oder musikalischer Art eingeladen. Das Verein­mitglied Karl Brummer betätigte sich mehrfach mit eigenen Werken, welche in launischer Art das Dorfgeschehen kommentierten, an der Unterhaltung und trug somit zum Gelingen des Nachmittages bei.

Aus den folgenden Jahren sind keine besonderen Ereignisse zu berichten.

1988 bestand der Hammelwarder Bürgerverein 40 Jahre. Aus diesem Anlaß wurde beim Mai­baumsetzen ein Luftballon-Weitflug-Wettbewerb durchgeführt. Von 250 Ballons flog einer 180 km weit. Die Starterin, Julia Rüthemann, bekam als Preis DM 30,00 vom Verein.

Das 40-jährige Jubiläum wurde mit einem Ball am 24. September in der „Rosenburg" gefeiert. Der 1. Vorsitzende, Enno Loges, hielt in seiner Begrüßungsrede einen Rückblick auf 40 Jahre Vereinsgeschichte und konnte von den Anwesenden 26 Personen der ersten Stünde ehren.

Die Verlängerung des Radfahrweges an der Stedinger Landstraße nach Süden von der Fried­richstraße bis Käseburg, auf der Westseite, wurde mit Erfolg angeregt.

Im Jahre 1989 wurde die Hilfskasse aufgelöst, da sie nicht mehr zeitgemäß war und keine Neu­zugänge eingetragen wurden.

Der Bürgerverein nahm an einer Versammlung aller Bürgervereine im Landkreis Wesermarsch teil, auf der beschlossen wurde, man wollte sich zweimal im Jahr treffen und einen regen Ge­danken- und Erfahrungsaustausch betreiben. Einige Male nahm der Verein daran teil. Aber es kam nichts Gescheites dabei heraus, und so wurde die Teilnahme daran eingestellt.

Seit einigen Jahren fand ein Dorfgemeinschaftsschießen bei dem Hammelwarder Schützen­verein statt. Im Jahre 1991 wurde der Hammelwarder Bürgerverein bei diesem Schießwettbe­werb der Sieger.

Als herausragendes Ereignis darf im Jahre 1996 die Aufstellung einer Fahrwasserboje gelten. Diese grüne Boje, Baujahr 1919, lag dereinst in der Weser, etwa auf der Hehe des heutigen Standortes. Für die Beschaffung dieser Boje hat sich besonders das Vereinsmitglied Heinz Pauls eingesetzt.

Von der Stadt Brake erfolgte in den letzten Jahren wiederum die Erweiterung der Schmutzwasserkanalisation und zwar von den Fischteichen in Richtung Süden, mit Anschluß des Ortsteiles Käseburg.

Dem Verein gelang es, die Wartehäuschen der Bushaltestellen bei der AWO und beim Spar-Markt Freels zu erneuern. Desgleichen wurde für die abgängigen Telefonzellen bei der AWO und bei Freels eine Ersatzanlage gestellt.

Als besonders großen Erfolg verbuchte der Verein die Schaffung einer Zuwegung zur Weser und damit Schaffung eines Rundweges von rd. 800 m vom Deich über diesen neuen Weg mit der Bezeichnung „Schlengenpad" bis zum Wilhelm Schierloh Strand und zurück. Mit diesem Wegegrundstück ist der Öffentlichkeit die direkte Zuwegung zum Weserstrand eröffnet worden und hat inzwischen eine große Bedeutung erlangt, da die Nutzung des Wilhelm Schierloh Strandes von Jahr zu Jahr durch Deichsicherungsarbeiten weiter eingeengt wurde.

Diese Maßnahme erfolgte unter dem seit der Gerneralversammlung 1997 amtierenden neuen Vorstand:

  • 1. Vorsitzender:             Rolf Cordes
  • 2. Vorsitzender:             Holger Wiechmann
  • Kasenwart:                   Hans-Dieter Becker
  • Schriftführer:                 Karl-Heinz Duve

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Die Jahre 1998 bis heute